Nach den vorliegenden wissenschaftlichen Erkenntnissen und den Erfahrungen aus der medizinischen Rehabilitation handelt es sich bei Pathologischem Glücksspielen um ein eigenständiges Krankheitsbild innerhalb der psychischen Störungen. Damit ist es also weder nur eine Suchterkrankung noch lediglich eine psychosomatische Störung und bedarf spezifischer Behandlungsangebote zur Rehabilitation (aus: Empfehlungen der Spitzenverbände der Krankenkassen und Rentenversicherungsträger für die medizinische Rehabilitation bei Pathologischem Glücksspielen vom März 2001)

Zentrale Merkmale des Pathologischen Glücksspielens sind die Unfähigkeit, die Dauer des Glücksspielens und die Höhe der Geldeinsätze zu kontrollieren, sowie die Unfähigkeit, das Glücksspiel dauerhaft einzuschränken bzw. aufzugeben. Das Glücksspiel vermittelt dem Spieler ein rauschhaftes Empfinden, ähnlich wie bei anderen Süchtigen die Droge oder Alkohol.

Insofern ist die Glücksspielsucht eine behandlungsbedürftige Erkrankung, die, ebenso wie die Abhängigkeit von stoffgebundenen Suchtmitteln, einer umfassenden Therapie bedarf. Unser ambulantes Rehabilitationskonzept ist grundsätzlich für Patienten mit eigenständigem Krankheitsbild „Glücksspielsucht“ und für Patienten mit einer zusätzlichen stoffgebundenen Abhängigkeit (Alkohol und/oder Medikamente) geeignet.

Der Ablauf der Entwöhnungstherapie

gliedert sich in folgende aufeinander abgestimmte Bausteine:

Erstgespräch

Am Beginn der Behandlung steht ein ausführliches Erstgespräch in unseren Räumen. Im Rahmen dieses Gesprächs ermitteln wir Ihren aktuellen Zustand und unterbreiten Ihnen basierend daraufeinen individuellen Behandlungsvorschlag. Sie selbst haben dabei die Gelegenheit, sich einen persönlichen Eindruck von unserer Fachambulanz zu verschaffen.

Einen wichtigen Bestandteil im Konzept der KPB stellt Vertrauen dar. So kann sich der Patient sicher sein, eine seit vielen Jahren bewährte Therapieform zu durchlaufen, die schon vielen Menschen vor ihm geholfen hat, sich aus der Abwärtsspirale der Suchtkrankheit zu befreien.

Motivationsphase

Sie beginnen die Behandlung mit der Motivationsphase. Hier erhalten Sie umfassende ärztliche und psychotherapeutische Betreuung.

Der Schwerpunkt der Motivationsphase liegt in der Arbeit an den aktuellen, mit dem Suchtverhalten zusammenhängenden Konflikten und Problemen der Patienten, sowie in konkreten Problemlösestrategien, die einem Rückfall in suchtspezifische Verhaltensmuster vorbeugen können. In Gruppen- und Einzelgesprächen wird Ihnen hier unter anderem Einsicht in die Funktionen der Suchterkrankung vermittelt und die Motivation zur Spielfreiheit gefördert.

Zusätzlich finden Entspannungsgruppen statt: Hier erlernt der Patient z.B. die bewährte Technik der „Progressiven Muskelrelaxation“. Desweiteren werden Paar – und Angehörigengespräche durchgeführt. Die Einbindung des sozialen Umfelds bildet einen wichtigen Bestandteil im Behandlungskonzept der KPB. Die Dauer der Motivationsphase beträgt in etwa drei Monate.

Während dieser Phase erfolgt die Antragstellung für die ambulante medizinische Rehabilitation. Ihr zuständiger Motivationsbetreuer unterstützt Sie dabei.

Ambulante Rehabilitation

Die Rehabilitation schließt sich unmittelbar an die Motivationszeit an. In der Rehabilitation erfolgt die Teilnahme an einer Bezugsgruppe. Dort  setzt sich der Patient mit anderen Gruppenteilnehmern auseinander. Es werden frühere und aktuelle Beziehungserfahrungen erörtert. In Einzelgesprächen findet eine individuelle Betrachtung der Abhängigkeitsentwicklung mit einem Therapeuten statt. Die Dauer der Rehabilitationsphase beträgt circa 8 Monate.

Hinweis: In unserer Fachambulanz in München könne Patienten an einer Gruppe ausschliesslich für Glücksspielabhängige teilnehmen.